Fairplay Diskussion: Heftige Debatte nach Bundesliga-Spiel in Köln

Es gehört zu den ungeschriebenen Gesetzen des Fairplay, dass man in der Bundesliga (und auch International) bei einer schwerwiegenden Verletzung eines Gegenspielers, den Ball ins Seitenaus spielt und dessen Behandlung zu ermöglichen. Seit diesem Bundesliga-Wochenende ist die Diskussion um diese Handhabung wieder neu entbrannt. Wer mss das entscheiden und kann man einer Mannschaft bei Zuwiederhandlung daraus einen Vorwurf machen?

Jeder Fußballer und Fußball-Fan kennt die Situation:

Der Spieler einer gegnerischen Mannschaft wird gefoult und bleibt mit schmerzverzerrten Gesicht am Boden liegen. Im Sinne des Fairplay spielt ein Spieler der anderen Mannschaft den Ball ins Seitenaus um zu gewährleisten, dass ihm schnell geholfen werden kann.

Soweit die gängige Praxis im Allgemeinen. Aber ist das auch ein Muss und kann einer gegnerischen Mannschaft daraus ein „Strick“ gedreht werden, wenn sie ohne Unterbrechnung durch den Unparteiischen nicht zu dieser Maßnahme greift? Ist es nicht auch ein gern genutzter Schachzug des unterlegenen Gegners um das Spiel zu verschleppen oder gar in eine andere Richtung zu lenken?

Köln gegen Hoffenheim bringt Fass zum Überlaufen

Bereits am Freitag (01.04.2016) im Spiel Leverkusen gegen Wolfsburg beschwerte sich Wolfsburgs Sportdirektor Klaus Allofs über die seiner Meinung nach unfaire Praxis des Leverkusner Chicharito, der nach eine hart geführten Zweikampf gegen Dante das zwischenzeitliche 2:0 für Leverkusen einleitete.

Es wurde moniert, dass im Anschluss an diese Szene, die nicht vom Schiedsrichter unterbrochen wurde, kein Leverkusener den Ball ins Seitenaus spielte.

Gleiches Szenario am Sonntag (03.04.2016) bei der Partie zwischen dem 1. FC Köln und der TSG 1899 Hoffenheim. Dort erzielte Hoffenheim in der Nachspielzeit das 1:1. Der Unmut der Köln Verantwortlichen war verständlich, nachdem bei einem Zweikampf zwischen Kölns Lakas Klünter und Hoffenheims Edurado Vargas der Kölner verletzt am Boden liegen blieb und trotzdem weitergespielt wurde.

Seither wird eine heftige Debatte über die Notwendigkeit der Fairplay-Geste diskutiert. Doch ist das zwingend notwendig, wenn der Schiedsrichter entscheidet, dass die Situation keine Unterbrechnung erfordert?

Keine rechtliche Grundlage

Der ehemalige Schiedsrichterlehrwart Lutz Wagner (Mitglied der Schiedsrichterkommission) sagt bei wdr.de Folgendes dazu:

Regeltechnisch gibt es keine Grundlage. Kein Spieler ist verpflichtet, den Ball ins Aus zu spielen, wenn ein anderer Spieler auf dem Boden liegt.

Er führt weiter aus, dass es allein der Entscheidung des Schiedsrichters obliegt, ob das Spiel unterbrochen werden muss oder nicht. Daher ist auch kein Spieler in der direkten Verantwortung.

Zudem nutzen viele Mannschaften genau dieses Instrument um Spiele zu verschleppen und Zeit zu gewinne. Selbst die UEFA versucht schon seit 2007 dieser Unart einen Riegel vorzuschieben – bisher ohne Erfolg.

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